Mindset

Und immer wieder dieses verdammte Hamsterrad

Kennst Du das? Es dreht sich und dreht sich. Du drehst Dich einfach mit. Du hasst es, und es nervt Dich zu Tode. Und obwohl Du es so schrecklich findest und Du sogar merkst, wie sehr es Dich immer mehr in seinen Bann zieht, schaffst Du den Weg einfach nicht heraus. Du läufst mit, weil Du Angst hast hinzufallen. Kennst Du das? Das ist es. Das bekannte Hamsterrad.
Mir ging es genauso. Ich bin gelaufen und gelaufen und habe mich am Ende nur im Kreis gedreht. Jetzt kann ich Dich beruhigen: Du kannst es schaffen – aus diesem Rad. Denn ich habe es auch geschafft.

Ich erzähle Dir mal meine Geschichte. Ich bin mit geschwommen, obwohl ich es nie wollte. Es hat sich im Laufe vieler Jahre einfach so eingeschlichen. Ich hatte einen guten Job, eine Wohnung, ein soziales Netz. Und dann wurde ich 42. Zack! Schon 42? Hilfe! So schnell ging das. Wo sind all die Jahre geblieben? Und was habe ich daraus gemacht? Auf einmal bekam ich die Krise. Es war der Moment, in dem ich begann, über mein Leben nachzudenken. Natürlich hatte ich etwas aus meinem Leben gemacht. Gar keine Frage. Ich gebe zu, ich neige dazu, selbst mein größter Kritiker zu sein und alles, was ich tue, gerne in Frage zu stellen. Aber hatte es mich wirklich glücklich gemacht dieses Leben?

Ich bereue nichts im Leben, außer das, was ich nicht getan habe!

Coco Chanel

Drei Mal war ich für den Job bereits umgezogen, um dann zu erkennen, dass mir jedes Mal etwas fehlte. Nach fast 20 Jahren zog ich zurück in meine Heimatstadt Bonn ins Rheinland. Zurück zu Familie und Freunden und zurück meinen Säulen, die es so sehr braucht im Leben. Die Welt hatte sich auch dort inzwischen weiter gedreht. Meine Freunde hatten ihre eigene Familie, die Eltern waren älter geworden und mittlerweile in Rente, die Zeit von Studentenpartys war lange hinfällig. Es fühlte sich alles gut an. Die geliebten Menschen um mich herum und das Gefühl von Heimat und Geborgenheit, wonach sich ein waschechter Krebs offensichtlich so sehnt, waren Balsam für meine Seele.

Dennoch musste ich erkennen, dass mir immer noch etwas fehlte. So langsam musste ich mich fragen, ob ich einfach nur verwöhnt war und nie zufrieden sein konnte. „Geht’s noch Kathi? Jetzt stell Dich mal bitte nicht so an“, versuchte ich eine Weile meine Sehnsüchte zu unterdrücken und mich zu beruhigen. Ja, ich war zufrieden. Aber zufrieden reichte mir nicht. Ich wollte mehr. Der Nimmersatt Kathi wollte glücklich sein – vermessen oder? Das war mir egal. Ich hatte diesen Spruch im Ohr, der da sagte, man solle sich immer selbst am nächsten sein. Also hörte ich auf mich und meine innere Stimme, ich wollte ganz bei mir sein.

Da schlummerte ein lang gehegter Traum, der immer häufiger anklopfte und gehört werden wollte. Mein Traum wollte durch diese Tür und endlich Realität werden. Lange hielt ich dagegen. Und dann?

Dann habe ich es einfach getan. Ich habe die Tür geöffnet und ihn hereingelassen diesen Traum. Ich habe meinen Job gekündigt, meine Wohnung vermietet und mein Auto abgemeldet. Ich habe Kleidung verschenkt, weil ich merkte, was ich eigentlich nur brauchte, um glücklich zu sein. Und das war kein Schrank voller Klamotten, das waren nicht die neuesten Beauty-Produkte, das waren keine neuesten digitalen Medien. Und dann bin ich losgeflogen – mit einem One-Way-Ticket nach Südafrika. Kein Around-The-World-Ticket, kein weiterer Plan, keine Struktur. Abgefahren. Bin das ich? Kathi, die Strukturverliebte? Die, die bisher immer einen Plan in der Tasche hatte und das perfekte Zeitmanagement? Kathi, die noch nie ohne Job war und immer gearbeitet hat? Ich war so überrascht von mir selbst, dass ich es selbst zunächst gar nicht geglaubt habe. Oder glauben wollte. Nein, ich war begeistert von mir.

Was mich wohl am Ende dazu bewogen hat, diesen Schritt zu gehen, war mein ganz persönlicher Leidensdruck. Und der ist bei jedem individuell. Ich wusste an einem Punkt, dass ich etwas in meinem Leben ändern musste.
Wenn dieser Punkt kommt in Deinem Leben, ist es wichtig, diese Gefühle nicht zu unterdrücken und auf sich zu hören. Ich war irgendwann nur noch genervt, in erster Linie von mir selbst. Ich hatte schlechte Laune, war gestresst. Ich war unglücklich. Und vor allem habe ich diesen mir auferlegten Alltagstrott gehasst und die Tatsache, mit dem Strom zu schwimmen. Ich kam abends müde und erschöpft nach Hause und habe mich gefragt, für wen oder was ich das eigentlich mache. Ach für mich? Nee, dann konnte es so aber nicht weitergehen. Mit Abstand betrachtet kam diese Erkenntnis wohl schon viel früher, aber lange habe ich sie heruntergespült, wenn sie es wagte durchzublitzen.

Ich gebe zu, meine Lebensumstände ließen diese Veränderung zu. Ich hatte keine Kinder, ich war zu diesem Zeitpunkt ungebunden, und ich hatte im Job Geld angespart. Aber Geldmangel ist nicht immer ein Argument, Dinge nicht zu tun. Ich habe festgestellt, dass der Mensch gerne nach Ausreden sucht, warum er bestimmte Dinge grade nicht umsetzen kann. Anstatt zu überlegen, wie er im Kehrtschluss mit den möglichen Mitteln Dinge verändern könnte. Das Glas ist immer halb voll oder halb leer. Ausreden sind die Angst vor der eigenen Courage.

All diese Gefühle von Unmut, Unsicherheit, Ängsten hatte ich natürlich auch. Und sie sind ok. Ich bin kein Psychologe und auch kein Berater, ich will niemanden bekehren oder belehren. Aber ich war in derselben Situation, und ich habe recht spät herausgefunden, wie ich etwas ändern kann: mit 43! Aber ich habe eben auch gemerkt, dass es nie zu spät ist. Klingt gut, oder?

Es hört sich so einfach an. Und genau das ist es auch. Ich war ehrlich gesagt auch überrascht, wie leicht es mir am Ende fiel. „Warum machen es dann die anderen nicht? Wenn die das nicht machen, dann ist da doch irgendwo ein Haken“, habe ich mir gedacht.

Natürlich war das alles für meinen Kopf auch ein ziemliches Chaos. Es spielten sich Szenarien ab, das glaubst Du gar nicht. Obwohl, vielleicht glaubst Du es doch. Gefühlschaos pur. Veränderung. Um Gottes Willen Veränderung. Ich glaube, die Angst vor Veränderung ist unser größter Feind. Und manchmal bedarf es auch einem steinigeren Weg. Aber es geht um das Ergebnis. Das Ziel ist entscheidend. Und heißt: Glück!

Ich bin mir sicher: jeder Mensch kommt eines Tages an diesen Punkt, wo er sein Leben hinterfragt, einen Wendepunkt sucht oder sich an einem befindet, in einem Schwebezustand ist, nach einem Sinn sucht. Das hört sich sehr esoterisch an. So bin ich eigentlich gar nicht. Aber suchen wir letztlich nicht alle irgendwann nach dem vermeintlichen Glück? Und fragen wir uns nicht, warum wir den ganzen Mist tagein, tagaus eigentlich tun? Oder, warum wir uns beschweren, obwohl wir doch eigentlich alles haben und glücklich sein müssten?
Ich habe mich das sehr oft gefragt. Glück definiert sich sehr individuell. Für mich bedeutet Glück Freiheit: selbst entscheiden zu können und zu dürfen, wie sich mein Leben gestaltet, wer mir guttut, und was ich vom Leben erwarte.

Wir alle haben unser Glück selbst in der Hand. Das zu erkennen, ist der Schlüssel. Das, was uns hindert, sind wir selbst. Was hindert mich eigentlich daran, einen anderen Weg zu gehen, einen neuen Weg? Was kann mir im schlimmsten Fall passieren? Zählen meine Ausreden? Oder will ich auf meinem alten Weg bleiben, diesen dann aber annehmen, ohne zu jammern? Und werde ich dann dankbar für diesen alten Weg sein?

Rückblickend könnte ich mich fragen, warum ich den neuen Weg nicht schon viel früher gegangen bin. Aber vielleicht war es vorher einfach noch nicht der richtige Zeitpunkt. Und das ist absolut ok.

You have brains in your head.
You have feet in your shoes.
You can steer yoursel
any direction you choose.
You’re on your own. And you know what you know.
And YOU are the guy who’ll decide where to go.

Dr. Seuss

Es geht im Leben nicht immer um schneller, höher, weiter. Das Leben sollte ein Leben ohne Druck sein. Ich bin gespannt, welche Überraschungen das Leben für mich noch bereithält und lasse mich mit offenen Armen darauf ein.
Lasse Dich auf das Leben ein, und tu genau das, was Dich glücklich macht. Denn Du hast nur dieses eine! Also, los geht’s!

Was Du dafür tun musst? Frage Dich einfach: was macht Dich glücklich? Eine so vermeintlich banale Frage. Du bist Dein eigener Kapitän, der sein Leben selbst steuert. Und nur Du weißt, wo Dein Ziel ist und wo Du hinmöchtest. Auf einmal fällt ganz viel Druck von Dir ab. Du wirst sehen!

Just do it! You have the choice, girl!

Wie bei mir mein Traum begann? Na klar, das kannst Du hier nachlesen:

About Author

Hi ich bin Kathi, 44 Jahre, und habe 2020 begonnen, meine Träume zu leben. Ich bin auf große Reise gegangen, habe meinen guten Job im touristischen Vertrieb gekündigt und bin mit all meiner Erfahrung ins kalte Wasser gesprungen und habe mir ein Leben als Freelancer aufgebaut- mit meinem Laptop, einem Studium im Online & Social Media Marketing in meiner Tasche und mit ganz viel Kreativität und Erfahrung und den besten Auftraggebern dieser Welt lebe ich die Unabhängigkeit.

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