Reiseblog

Weltreise einer 43-Jährigen: Wie alles begann

Wenn ich so richtig darüber nachdenke, begann alles im Frühsommer letzten Jahres 2019.

Ich hatte ein Buch gelesen von einer erfolgreichen Journalistin aus Wien in den Enddreißigern, die kurzerhand ihren Job an den Nagel hing, um ein Jahr auf Weltreise zu gehen. Waltraud war meine große Inspiration: eine Frau, die mitten im Leben steht, kein klassischer Öko-Aussteiger ist und mit Koffer anstatt Rucksack reist. Das Buch musst Du lesen!


Im Spaß notierte ich mir im folgenden Spanienurlaub mit einer Freundin meine Traumziele und alles, was man denn so vorbereiten müsste. Mach das mal! Das macht total Spaß, sich seine Traumziele zu stecken.

Im Spanienurlaub begann das „Hirngespinst“ Weltreise, Kathis große Reise

Auf beiden Listen stand viel. Aber nicht „Nicht-machbar“ diese to do’s dachte ich mir…Dann kam ein Rückschlag, und der Traum geriet in den Hinterkopf: An meinem Geburtstagswochenende Anfang Juli in Hamburg musste ich in die Notambulanz und wurde kurzerhand gleich in der Uniklinik behalten.

Was dann folgte waren knapp 4 Monate auf die Beine kommen, Reha und Frust. Da wurde mir mal wieder klar, dass nichts im Leben planbar ist. Und ich bin doch so ein kleiner Kontrollfreak und liebe Strukturen. Was war mit meinem Traum?
„jetzt erst recht! Das Leben ist zu kurz für irgendwann!“ Diese Meinung teilte nicht jeder in meinem Umfeld. Am Ende hat mir diese Motivation aber geholfen, meinen Fokus nicht zu verlieren und wieder auf die Beine zu kommen.

Dann kam der Alltag zurück. Ich fing wieder an zu arbeiten. Das Hamsterrad drehte sich weiter… Das gibt’s doch nicht! Der ganze Mist von vorne… irgendwie merkte ich schnell: „ich kann und will diesem Tempo grade nicht standhalten. Nein, so will ich das nicht. Ich muss etwas ändern. Was soll mir denn noch passieren, damit ich es endlich begreife?“.

Ende November dann die Kündigung. Das hört sich jetzt so nach „mal eben“ an. Das war natürlich ein riesen Prozessapparat, der sich da in mir abspielte. Auch hier wieder Tränen, als ich bei meinem Chef mit dem Wisch in der Hand saß; immerhin waren es 8 Jahre in der Firma, viele tolle Geschäftspartner, aus denen teilweise Freunde wurden, und ein großartiges Team. Und dass ich einen Job kündige, ohne einen nächsten Job zu haben, das hat es doch noch nie bei mir gegeben. Au weia! Aber ich wusste: es war die richtige Entscheidung.

Und dennoch hatte ich nach dem Rückschlaf im Sommer Angst. Angst, wieder zu träumen und zu planen (wir erinnern uns: meine Schwäche!). Um am Ende wieder alles loslassen zu müssen. Und dann habe ich einfach angefangen, dem Schicksal ein klein wenig zu vertrauen und „einfach zu machen“. So leicht ist das? Was kann mir im schlimmsten Fall passieren? Ich muss die bisher gebuchten Flüge stornieren oder ggf frühzeitig zurück fliegen. Ok Scheisse, aber machbar!“

Der Start der Reise war für mich schnell klar: Zu meinem Bruder nach Kapstadt! Noch einmal Familie vor dem großen Abenteuer. Und prompt war der 1. Flug gebucht: 8.2.2020 Frankfurt-Kapstadt! KRASS!

Ich war überrascht, wie toll die Reaktionen, nicht nur von Kollegen und Geschäftspartnern, sondern auch von Fremden waren. Ich erinnere mich zu gut an ein Telefonat mit einer Versicherungsangestellten, um meine Anwartschaft zu beantragen: „Nehmen Sie mich mit?“ Und „wow, wie mutig! Ich beneide Sie!“ Ich hätte eher gedacht, die sind genervt, weil so eine Backpackertuss meint aussteigen zu müssen. Mit solch Reaktionen hätte ich niemals gerechnet. Da wurde mir erst mal klar, was ich da eigentlich mache. Aber soo mutig wie die anderen habe ich das bisher gar nicht empfunden. Kommt vielleicht noch 😉 Für all die positiven Reaktionen bin ich unendlich dankbar. Auch die meiner Familie. Papa, der sofort sagte „mach das! Ich habe es nie getan“ oder Mama, zwar ein wenig ängstlich, aber mir gleich Glück und einmalige Erlebnisse wünschend.

Und nun sitze ich hier und warte auf den Tag der Tage… noch einiges zu erledigen: Wohnung fit machen für den Zwischenmieter, Ärzte, Impfungen, Packlisten, Erledigungen, Bankkram, … ich bin gespannt, wohin und wie lange mich diese Reise tragen wird… Let the journey begin!

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