Afrika / Reiseblog

Gefühlchaos im Busch – alleine auf Safari in Tansania – Weltreisetagebuch Teil 5

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Diese Woche Safari war das Emotionalste, was ich seit langem erlebt habe. Es waren von (fast schon panischer) Angst bis zu Tränen vor Rührung und Freude alle Emotionen in ihrer vollen Bandbreite in einer solch kurzen Zeit dabei. Ich fühle mich, als sei ich schon Monate unterwegs. Dabei ist es meine 2. Woche.

Alleine auf Safari oder mit einer Gruppe?

Ich hatte mich dazu entschieden, einen Guide für mich alleine zu buchen und mich keiner Gruppe anzuschließen. Für den Anfang meiner Weltreise hatte ich einfach keine Lust auf eine Reisegruppe – am besten noch von Deutschen. Das hing aber mit meiner Situation zusammen, ganz bewusst Deutschland zu entkommen und weit weg und für mich zu sein. Es ist auch möglich, eine Safari in Tansania auf Selbstfahrerbasis zu unternehmen, das kam für mich alleine aber nicht in Frage. Ich würde es auch niemandem empfehlen, der alleine reist. Es können immer Zwischenfälle passieren, das Auto hat einen Platten, ein Tier greift an… Außerdem kennen die Guides den Busch wie ihre Westentasche, wissen, an welchen Felsen sich gerne die Leoparden aufhalten und wo die besten Camps zum Übernachten sind. Ich würde es jedes Mal wieder so machen.

Alleine mit einem Guide unterwegs zu sein ist sicher sowohl eine Budget- als auch eine Mentalitätsfrage. Wenn Du Dich alleine unsicher fühlst, empfehle ich Dir, Dich einer Gruppe anzuschließen. Zum einen hast Du immer einen Ansprechpartner (vor Ort, aber auch vor der Reise), zum anderen hast Du Anschluss und wirst auch abends gemeinsam mit Deiner Gruppe essen. Es gibt diverse sehr gute Veranstalter. Ich empfehle Dir die Reisen von Chamäleon Reisen. Den Inhaber habe ich persönlich kennengelernt. Sein Programm ist sein Herzensprojekt. Nachhaltigkeit wird ganz groß geschrieben. Die Reisegruppen sind klein mit exzellenten Guides.

Ankunft Kilimanjaro Airport

Aber von Anfang an: Der Flug war Horror. Um 16h in Kapstadt losgeflogen. Am nächsten Tag um 15h im Hotel angekommen. Dazwischen lagen 2 Umstiege, einer davon abenteuerlich in Addis Abeba (hier trägt wirklich JEDER Mundschutz. Sieht irgendwie beängstigend aus wie nach einem Reaktorunglück). Dann wurde mir plötzlich schlecht. Das zog sich dann quasi auch über 24 Stunden. Ich fürchte es ist die Malariaprophylaxe. Da steht schon so schön in dem Beipackzettel:“ falls Sie spucken müssen, nehmen sie eine weitere Tablette!“ Ich hab also vorsichtshalber alle Kotztüten aus meiner Sitzreihe mitgenommen. Ich werde übrigens seit Beginn der Reise auf die ganz harte Probe gestellt: auf wirklich jedem Flug saß nun vor oder neben mir eine Mama mit mindestens einem schreienden Kind. Nicht falsch verstehen, ich liebe ja Kinder. Aber auf einem Langstreckenflug könnte ich eventuell auch mal drauf verzichten;-)

Kilimanjaro Airport „International“ muss sich seinen Namen gekauft haben.

„International“ Airport Kilimanjaro

Der Airport ist kleiner als Münster/Osnabrück. Zum Glück ging es daher auch super schnell, ich bin von der Gelbfieberimpfungsdiskussion zumindest in diesem Fall verschont geblieben. Wenn man entweder direkt von Deutschland nach Tansania einreist oder aber bei einem Transit über ein Gelbfieberland (in meinem Fall Addis Abeba) nicht länger als 12 Stunden verweilt, benötigt man laut Gesetz keine Gelbfieberimpfung. So war es zumindest noch Anfang 2020 – Gesetze ändern sich ständig. Ich hatte auch vom Arzt eine entsprechende Bescheinigung darüber. Allerdings ist dies den tansaniischen Behörden oftmals egal. Warum habe ich mich nicht einfach gegen Gelbfieber impfen lassen? Ich habe eine chronische Grunderkrankung. Und da die Gelbfieberimpfung mit einem Lebendimpfstoff durchgeführt wird, sollte man sich dies mit einer chronischen Erkrankung sehr gut überlegen. Und so war ich gespannt, ob ich überhaupt problemlos einreisen konnte. Bleibt immer spannend! Und das gleich zu Beginn meiner langen Reise. Ommh! Die Behörden ließen mich jedenfalls durch. Das „German“ hat man mir komischerweise sofort abgenommen 😉 und dann kam, was einer deutschen Ordnungsfreakin passieren muss. Draußen am Eingang hunderte Agenturen mit Namensschildern, nur mein Name leider nicht dabei. Panik, Schweißausbruch, „was mach ich denn jetzt?“. Direkt wieder rein, denn da gab es WLAN, den Agenturtyp per Whatsapp angerufen. Nichts! Und ich habe doch schon angezahlt. Alles Verbrecher. Ich wusste es! Beim 4. x nachschauen und eine halbe Stunde später hab ich die Erlösung dann doch gefunden: meinen Namen! Halleluja! Peinlich, aber erst mal schimpfen. Das kommt auf meine Learning-Liste. Ok ich hatte einen Codenamen. „Hots“ konnte ich dann schwer als meinen Namen identifizieren, und während alle anderen mindestens Schriftgröße 500 gewählt hatten, ging dieses kleine Etwas dann doch etwas unter;-)

„Straße“ zur Lodge in Arusha: African Massage

Fahrt nach Arusha – am Tag vor der Safari

Ich jedenfalls total happy, und ab zum Wagen. 1 Stunde Fahrt nach Arusha, der letzte Teil Schotterpiste. Da war de Hoop ein Scheiß gegen. Stephen, der Inhaber der Agentur, sagte mir später, die Straßen seien hier alle „African Massage“. Immerhin ohne Aufpreis 😉

Unterkunft Arusha

Die Lodge für die erste Nacht, die Ilboru Lodge, ist total süß, ein großer Pool, eine Cola für niedliche 1 USD. Ich fühle mich wohl in meinem kleinen Zimmer, es ist nicht luxuriös, aber sehr schön und ansprechend für eine Nacht, sauber, ein Moskitonetz über dem Bett ohne Löcher, und heißes Wasser in der Dusche. Die letzte ordentliche Dusche für die nächste Woche. Eine Lodge mit sehr netten Angestellten und sehr angemessenen Preisen. Mit Stephen war ich dann um 16h an der Lobby verabredet, um die 2. Rate zu zahlen – eigentlich! Ich vergaß: tansaniische Zeit! es ist 17.30 und kein Stephen in Sicht. Ok ganz viel ommh. In 2 Wochen bin ich tiefenentspannt. Ihr werdet mich nicht wiedererkennen I promise! 😉

Ilboru Guest Lodge Arusha

Ok, gut dass ich nicht länger gewartet habe. Stephen kam dann gegen 18.30h. Ein kleiner, sehr kompakter dunkler Bär mit einem dunkelblauen Hawaii Hemd und einer dicken Umarmung. Ich mag ihn. Wir quatschen eine Weile und ich genieße mein vorzügliches 3-Gang- Menü. Und bevor ich mich spätabends noch schnell übergeben muss, falle ich in einen langen tiefen Schlaf.

Die Safari beginnt.. Tarangire Nationalpark

Am nächsten Morgen geht es dann endlich los. Mein Guide, Kiyaka, sportlich, 41, etwas zurückhaltend, holt mich gegen 8.30h ab. 1. Ziel: Tarangire Nationalpark. Der Park ist vorrangig bekannt für seine riesigen Baobab-Bäume und die Elefanten.

Davon sehen wir jeden Menge. Und Giraffen. Ich habe mich in Giraffen verliebt. Endlich Safari! Ich bin total happy.

Unterkunft Tarangire Nationalpark

Am späten Nachmittag erreichen wir meine 1. Unterkunft mitten im Busch. Das Kichuguu Camp ist ein magischer Ort. Ich habe mich verliebt in dieses Fleckchen Erde. Der Camp Manager gibt mir erst mal ein paar Sicherheitsunterweisungen: auf gar keinen Fall Snacks im Zelt haben, das lockt die wilden Tiere. Im Notfall eine bereit liegende Pfeife oder das Walkie Talkie benutzen. Nach Dunkelheit niemals alleine zum Zelt gehen! Oh man, ich bekomme ein wenig Schiss. Der Abend ist wundervoll. Ein Kaltgetränk beim Busch TV, so nennen sie das Lagerfeuer, dass die Ungeziefer abhalten soll, und dann lerne ich eine Schweizer Familie kennen, die mir anbietet, mit Ihnen zu essen. Danach habe ich noch mit ein paar super netten Chilenen am Feuer gesessen. Wenn man alleine ist, kommt man echt unglaublich schnell mit anderen ins Gespräch, und das tut gut.

Kaum liege ich später im Bett, höre ich nicht weit entfernt Löwengebrüll. Es klingt so nah. Und prompt fällt mir ein, dass ich dem Camp Manager meine Müsliriegel im Koffer verschwiegen habe. Nun muss ich sterben, denn alle Löwen wollen meine Snacks und in mein Zelt. Ich habe wirklich richtig Schiss, das nächste Zelt ist ca. 30 Meter entfernt, und ich liege auch noch im letzten Zelt. Ich lasse die ganze Nacht das Licht an und versuche den Atem anzuhalten…

überall Giraffen in Tarangire, obwohl es eigentlich der Park der Elefanten ist
Mein Zelt im Kichuguu Camp

Nacht überlebt! Ich schwöre mir, im nächsten Camp gebe ich alle Riegel ab; das passiert mir nicht noch mal. Ok, dafür passieren andere Dinge, von denen ich zum Glück jetzt noch nichts weiss… beim Verlassen des Camps im Morgennebel begegnen wir direkt am Eingang ein paar Giraffen.

Giraffen im Nebel
Einer meiner schönsten Momente auf Safari. Die Giraffen im Morgennebel vor dem Camp im Tarangire

Dieses Bild ist so einmalig, eins meiner eindringlichsten Momente auf dieser Safari. Wir bleiben bis mittags im Park, dann geht es weiter.

Bei den Massai

Wir besuchen ein Massai Dorf. Es ist so unglaublich interessant und faszinierend, aber diese Kultur ist mir einfach auch sehr fremd und ungewohnt. Sie wollen, dass ich sie fotografiere, um ihre Kultur zu verstehen. Ich will das gar nicht so richtig, komme mir vor wie ein Gaffer. Die Massai leben in der Regel als Nomaden und ziehen dorthin, wo das Land fruchtbar ist. Mittlerweile sind viele sesshafter geworden und ziehen nur noch alle paar Jahre weiter. Wir sitzen gemeinsam in einer der kleinen dunklen Hütten aus Kuhmist, und der Massai erzählt mir vieles über deren Kultur und das Leben. Am meisten berührt bin ich von den Kindern. Wir besuchen den „Kindergarten“ unter einem Baum.

Die Kinder sind so unbefangen, betrachten meine blonden Haare und geben mir „high 5“. Ich könnte den ganzen Tag mit ihnen verbringen, und würde gerne viel mehr tun. Der Besuch des Dorfes hinterlässt sehr nachhaltige Spuren bei mir, und ich denke noch lange am Tag darüber nach.

Lake Manyara

Übernachten Lake Manyara

Dann Ankunft im nächsten Camp, dem Camp Isotok. Hier soll ich 2 Tage bleiben, diesmal nicht mitten im Park, da kann mir wohl nichts passieren denke ich. Isotok kommt aus der Sprache der Massai, die da heißt Ki-masaai, und heißt so viel wie „viele Steine“. Mein Zelt ist dunkel, und ich inspiziere jede Ecke. Hab doch so Schiss vor dem ganzen Kriechgefleuchs und bekomme als 1. Warnung den Hinweis, immer meine Schuhe vor dem Anziehen auszuschütteln wegen der Skorpione. Na Bravo! Willkommen im Busch die nächste! 😉 die Dusche ist mitten im Camp im Freien, durch einen kleinen Bambuszaun abgeschirmt. Da noch keine anderen Gäste da sind, nutze ich die Zeit. Die Geckos am Duschrand sind mittlerweile nebensächlich. Ich konzentriere mich jetzt nur noch auf gefährlich.

Frühstücksblick im Isotok Camp

Am nächsten Morgen geht es in den nächsten Nationalpark „Lake Manyara“. Wir verbringen dort einen ganzen Tag. Durch den vielen Regen sind leider viele Wege blockiert. Der Tag ist schön, aber gegen Tarangire kommt das hier nicht an. Es gibt unglaublich viele Affen, und es sieht alles grüner und mehr nach Regenwald aus. Man ist ja leider auch schnell verwöhnt. Gegen Nachmittag zurück im Camp. Heute bin ich der einzige Gast. Das Gefühl mag ich nicht, ich habe lieber ein paar Menschen um mich rum, fühle mich dann auch irgendwie sicherer in der Wildnis.

Es ist Karneval, und irgendwie habe ich als Bonner Kind das 1. Mal das Gefühl von Heimweh. Beim Dinner geben sie sich alle Mühe, mich glücklich zu machen. Auf einer Empore mit Ausblick, die romantischer für ein Pärchen kaum sein könnte, bekomme ich mein Dinner serviert. Ich bin wieder happy und gehe satt und zufrieden zurück in mein Zelt. Nichtsahnend. Ich öffne die Tür. Und wie immer durchleuchte ich erst alles mit meiner Taschenlampe. Was ist denn das? Links neben der Tür, unter der Kofferbank, kriecht eine Schlange! Durchatmen- ein und aus! Ist bestimmt nix schlimmes. Flacher Atem, versuche mir nix anmerken zu lassen, geh ich schnurstracks zurück. „Äh, excuse me. I Think there is a little snake in my tent!“. Ungläubig und mit einem Besenstiel bewaffnet, kommt der Campmann mit. Hab ich doch schon bei den Nachtfaltern am Dinner so wild gestikuliert, der denkt bestimmt: typisch Großstadttussi.

Die Grossstadttussi sollte jedoch recht behalten. Wir finden Schlangi unter meinem Bett. „Äh, ich bin raus!“ Und schon springe ich aus dem Zelt. Ich sehe nur das Flackern seiner Taschenlampe und höre wildes Rums, rums, rums. Raus kommt er mit einem zerbrochenen Besenstiel und einer toten Schlange. Er ruft laut umher, und dann kommen 4 weitere Buschmänner, die wild mein Zelt durchsuchen, und dann beschließen, mir ein anderes Zelt zu geben.

Auf dem Weg dorthin frage ich nur „what snake was it?“. „It’s a Black Mamba ma’am!“. Ach so nö is klar. Ich weiss nicht viel, aber ich weiss, Black mamba ist nicht gut und giftig. Als ich begreife, was da passiert ist, fange ich plötzlich an zu weinen. Ich habe Angst und will hier weg. „Ma’am we are really sorry. It happens only few Times, but this is The Bush!“ Klar, dass das natürlich dann mir passiert. Im neuen Bett schaue ich erst mal auf meinem Tablett einen Hollywood Schinken zur Beruhigung. Ich schlafe auf der ganzen Safari nur noch mit Licht an. Sorry Solarenergie! Zum Glück geht es morgen weiter.

Die Nacht war kurz, aber irgendwie bin ich jetzt stolz, dass ich eine solche Geschichte erlebt hab. Aber ich brauche es nicht noch mal.

In Love with Serengeti

Nach einem Frühstück wieder auf der tollen Empore geht es endlich los Richtung Serengeti, meinem langersehnten Traum. Der Weg ist lang. Länger als ich dachte. Wir brauchen Stunden. Vom Ngorongoro Areal sind es bestimmt noch mal 2 Stunden, denn die Serengeti liegt quasi „ganz hinten links“. Als wir das Schild zum Serengeti Nationalpark sehen, geht mein Herz auf. Endlich da. Ich sehe eine Riesenbüffelherde, die sich auf großer Migration befindet, und bin geflasht. Wir fahren weiter und weiter. Ich stehe im Jeep, Luke aus dem Dach raus und blicke in diese unfassbare Weite. Wir fahren bis zum Abend durch die Serengeti. Heute ist alles dabei: Löwen, Chitas, Leoparden, Elefanten, und HIPPOS. Die haben sich auf der Reise zu meinen Highlights entwickelt. Die sehen so gemütlich aus.

Elefanten in der Serengeti

Übernachten in der Serengeti

Dann geht es zu unserem Camp mitten im Busch: Kisura Camp. Ein paar Zelte, ein Wassertank als Dusche vor dem Zelt, ein Bett, ein Moskitonetz. Und so herzliche Campmitarbeiter. Mit dem Koch werde ich richtig Kumpel. Nach dem Essen, was wir im Camp gemeinsam mit unseren Guides einnehmen, werde ich ins Zelt gebracht. Obwohl ich mitten im Busch bin, fühle ich mich hier sicher und gut aufgehoben. Die ganze Nacht gibt es Wächter. Und kaum liege ich in meinem Zelt, passiert es. Knapp 1 Meter hinter meinem Zelt: stampf, stampf, schmatz. Stampf, stampf, schmatz. Pause (wahrscheinlich zum gähnen). Stampf stampf schmatz. Ich halte den Atem an, und gleichzeitig bin ich überwältigt, dass da grade ein Hippo hinter meinem Zelt stampft und Gras mampft. Die sind doch Vegetarier, mein Koffer verfügt über keine Snacks mehr, und ich bin mittlerweile Homie mit der Natur. Es ist so krass, so nah mit der Natur zu sein. Und plötzlich gehört es einfach mit dazu, nachts die Hyänen, Löwen, Elefanten und Hippos zu hören. Und ich habe keine Angst mehr. Eine Wahnsinns-Erfahrung.

Der nächste Morgen beginnt früh. Um 6.30h holt mich ein Massai am Zelt ab, denn es beginnt grade erst hell zu werden. Und ich werde belohnt mit einem Wahnsinns Sonnenaufgang, mit dem ich nicht gerechnet habe. Die schönsten Dinge sind halt die, auf die man nicht vorbereitet ist. Wir fahren los. Ich liebe die Stimmung am Morgen. Meine liebste Zeit auf Safari. Die ersten Heißluftballons steigen in den Himmel. Ein tolles Bild. Wir fahren den ganzen Tag durch die Serengeti, sehen eine Chita Mama mit ihren 3 Jungen. Mittags stoppen wir zum Picknick mit Tee, Picknickkorb und Decke unter einem Baum und abends die gestrige Dinner-Routine. Mein Guide Kiyaka erzählt mir stolz von seiner 2-jährigen Tochter. Die Menschen in Tansania sind überhaupt ein sehr stolzes Volk.


Ich liebe dieses Camp, ich liebe es abends am Buschfeuer zu sitzen, ich liebes es, mit dem Koch ein Schwätzchen zu halten, ich liebe es, nachts die Hippos und Hyänen zu hören und nicht zu wissen, welches Tier gerade am Reißverschluss meines Zelteingangs schnüffelt, ich liebe es, im Buschnebel morgens aufzuwachen.

Morgenstimmnung in der Serengeti

Der letzte Morgen in der Serengeti beginnt. Die gesamte Camp-Crew verabschiedet Kiyaka und mich. Es ist so rührend. Wir haben noch einen halben Tag, werden zum Abschluss noch mal mit jungen Löwen belohnt und dann geht es nach einem ausgiebigen Besuch eines Hippo Pools (mein Guide dachte ich spinne, weil ich bestimmt 1 Stunde diese lustigen Zeitgenossen und ihre Geräusche genossen habe) raus aus dem Park ins Endoro Tal.

bye bye Kisura Camp

Endoro Tal

Wir fahren durch Kaffee- und Bananenplantagen. Es ist ungewohnt: so viel grün, und alles blüht. Menschen, die hier wohnen.

Übernachten im Endoro Tal

Die Endoro Lodge liegt inmitten von Kaffeeplantagen und mein Zimmer blickt direkt auf einen riesigen Bananenbaum. Ich genieße eine heiße Dusche nach Tagen voller Dreck und Staub, nachdem ich den Luxus des Pools der Lodge ausgenutzt habe und eine Runde schwimmen gegangen bin. Das Zimmer hat eine Außen- und eine Innendusche und sogar eine Badewanne. 2 große Betten stehen in meinem Zimmer und richten sich aus zu den beiden Schaukelstühlen, die vor einem großen Kamin angerichtet sind. Das Essen am Abend ist vorzüglich. Und ich gönne seit langem mal wieder ein Glas Rotwein und schaue auf die Plantagen.

Ngorongoro Krater

Am nächsten Morgen geht es ganz früh wieder Richtung Ngorongoro Areal. Diesmal in den Krater. Faszinierend, dass sich die Tiere auf den langen Weg in diesen Krater machen. Die Natur hier ist wieder komplett anders. Der Krater ist gar nicht so groß. Wir bleiben bis mittags dort. Die Tiere sind irgendwie nicht so scheu und man ist ihnen viele näher. Dennoch fühle ich mich hier eher wie in einem Wildpark für Zoobesucher, kein Vergleich zur Serengeti. Mein Highlight mal wieder ein Hippo See (laaangweilig Sorry), erstaunlich ist, was für unterschiedliche Vegetationen es auf dieser kleinen Fläche gibt: Steppe, Seen, Schilf, Regenwald… faszinierend… Löwen beim Zerfleischen eines Büffels, Flamingos, Zebras mit vielen kleinen Zebra-Babies, Gnus, Hyänen, Schakale. Und alle leben sie zusammen. Ok, bis ein Löwe sie erwischt. Ja, und dann? Dann ist alles vorbei…

Ngorongoro Krater

Wir fahren zurück Richtung Arusha. Ich komme abends in derselben Lodge an, wo vor 1 Woche dieses Abenteuer begann… ein letztes (unfassbar gutes) Dinner, und morgen geht es dann weiter… Sansibar I am ready! Was für eine einmalige Erfahrung, die ich in meinem Herzen trage und niemals vergessen werde!!!

Ranger Kathi: bye bye Safari-Outfit
Byebye Stephen, owner meiner Safaritour

Die unterschiedlichen Unterkunftsarten auf einer Safari

Grundsätzlich gibt es 3 unterschiedliche Möglichkeiten, im Busch zu übernachten. Die kostengünstigere Variante ist natürlich, außerhalb des Buschs zu übernachten und Tagespirschfahrten zu machen.

Meine Meinung: Um den Busch wirklich intensiv zu spüren, braucht es die Nächte. Ich würde lieber länger sparen, um dann auch im Busch übernachten zu können.

  1. Zelt: im Busch die preisgünstigste Übernachtungsart. Zelte ohne eigene Toilette und natürlich entsprechend mit Schlafplatz auf dem Boden. Kommt für mich nicht mehr in Frage. Und nachts möchte man nicht alleine durch den Busch zur Toilette laufen
  2. Tented Camps: für mich der perfekte Kompromiss. Ein Zeltcamp mit eigenem Zelt mit eigenem Bad und Toilette. Duschwasser muss in der Regel aufgefüllt werden über einen Bottich außerhalb des Zeltes. In den meisten Camps kann man für eine vereinbarte Uhrzeit heißes Wasser durch Solarenergie bekommen.
    Ich fand die Tented Camps großartig. Durch die dünne Zeltwand schläft es sich wie in der freien Natur, und man hört alle Tiergeräusche des Buschs. Und dennoch hat man seine eigene Toilette, ein richtiges Bett und Privatsphäre.
  3. Lodges: die Luxus-Variante der Unterbringungsmöglichkeiten. Im Prinzip ein Hotel im Busch. Natürlich am komfortabelsten, teilweise sogar mit Pool im Busch, für mich aber die am wenigsten authentische Variante.

You need to know – Praktische Tipps

  • Der Busch ist wirklich der Busch. Ist doch klar? Also ich kann nur sagen, so sehr ich wusste, dass das ja der Busch ist, so klar wird das einem erst vor Ort. Und ich hatte alleine im Zelt so oft so viel Angst und Respekt. Denn das hier ist kein Zoo. Respektvolles Verhalten und Vorsicht müssen an erster Stelle stehen. Lässt man die Natur nicht in Frieden, darf man sich über eine Attacke später nicht wundern.
  • Gepäck für eine Safari: in der Regel sind keine Hartschalenkoffer erlaubt, dass diese sich nicht gut im Jeep verstauen lassen bzw zu viel Platz wegnehmen (es sei denn, Ihr seid wie ich alleine mit einem Guide unterwegs). Geeignet sind weiche Reisetaschen. Die meisten Safarianbieter haben auch ein Gewichtslimit von 15kg.
  • Keine Lebensmittel mit ins Zelt bringen! Ich mein das ernst. Z.B. Hyänen haben einen ausgesprochen guten Geruchssinn. Man möchte nicht böse überrascht werden.
  • Im Busch niemals alleine zum Zelt laufen! Das kann lebensgefährlich sein. Die Guides vor Ort kennen den Busch und wissen genau, wie es sich zu verhalten gilt.
  • Dennoch: Ich würde immer eine Tented Camp vorziehen. Eine Lodge ist ein Hotel im Busch. Will man das? Will man, dass in die Natur eingegriffen wurde? Wenn man in den Busch fährt. will man doch die Nähe zu den Tieren spüren. Die Tented Camps sind ein großartiger Kompromiss zwischen Zelt und Lodge. Man hat ein richtiges Bett und eine Toilette im Zelt.
  • Wasser ist ein kostbares Gut. Es sollte sorgsam verwendet werden.
  • Stirnlampe einpacken: Strom wird über Solarenergie betrieben und ist abends rar. Leuchtet ein mitten im Busch oder? Meine Stirnlampe war mir Goldwert.
  • Eine Powerbank mit langer Kapazität macht Sinn. Im Busch gibt es oftmals keine Lademöglichkeit.
  • Mückenschutz ist Pflicht. Sowohl gegen die Tsetse-Fliege als auch andere Viecher. Ich empfehle No-Bite (für den Körper und die Variante zum Einsprühen der Kleidung vor der Reise).
  • Lange Kleidung. Zum Schutz vor Stechmücken und Sonne.
  • Möglichst keine blaue Kleidung: Die Tsetse-Fliege denkt ansonsten gerne, dass man sich für ein Gewässer ausgibt. Die Tsetse-Fliege mag leider Gewässer
  • Ich habe mir eine lange Hose und eine lange Bluse mit eingenähter Mückenschutz-Imprägnierung gekauft. Würde ich jedem empfehlen (Achte auf den Vermerk „Nosi Life“).
  • Malaria Prophylaxe: Es scheiden sich die Geister, ob man es nehmen soll oder nicht. Ich bin kein Arzt, habe auch sehr mit Übelkeit als Nebenwirkung zu tun gehabt. Und ich würde immer empfehlen, dies mit dem Hausarzt abzustimmen. Aber: man befindet sich im High-Malaria-Gebiet. Alle Infos zu Gesundheitsprophylaxe, als auch Einreisebestimmungen (Visa!) kann man auf der Seite des Auswärtigen Amtes nachlesen.
  • mit dem Heißluftballon über der Serengeti: ich habe es nicht gemacht und sehr bereut, als ich morgens zum Sonnenaufgang die Ballons im Himmel schweben sah. Ich würde es unbedingt ausprobieren.

Die perfekte Packliste für Deine Safari findest Du hier.

Und wie fühlt es sich alleine in der Serengeti an? Lies hier nach!

[Werberechtlicher Hinweis: Die gesamte Reise habe ich privat durchgeführt sowie selbst bezahlt. Ohne jegliche Vergütungen oder andere monetäre Beeinflussung. Auch meine Empfehlungen basieren auf persönlichen Erfahrungen und Meinungen und wurden in keinster Weiser entlohnt]

4 Comments

  • Nikolai Berenbrock
    12. Juli 2021 at 8:17

    Hallo Kathi,

    sehr schöner uns offener Blogpost, gefällt mir sehr gut und liest sich sehr authentisch. Eine Frage hätte ich an dich, kannst du eventuell den Kontakt/Webseite von Stephen teilen? Ich möchte nächstes Jahr ebenfalls alleine reisen, also ohne Gruppe und suche noch die richtige Agentur hierfür.

    Danke.

    Reply
    • kathi
      12. Juli 2021 at 19:14

      Hallo Nicolai hab lieben Dank! Ich freue mich sehr! Ich selbst bin mit Adventure Makers gereist und war echt zufrieden. Allerdings habe ich gesehen, dass die Rezensionen sehr unterschiedlich sind. Aber mach Dir doch Dein eigenes Bild. Es macht ja immer Sinn, sich 2-3 Anbieter anzuschauen und zu vergleichen. Liebe Grüße und eine wundervolle Reisevorbereitung wünsche ich Dir! Kathi

      Reply
    • Ines Pöhlmann
      6. September 2021 at 21:48

      Hallo Kathy, war eben beim Lesen schon auf Reisen. Hast du so lebendig und mit einer schönen Prise Humor geschrieben. Ja, ch will evtl. Anfang Februar nach tansania , eben auch alleine . Hatte das scvon letztes Jahr im Kopf aber irgendwie dann unsicher wegen diesem ganzen corona Wahnsinn. Also mal schauen, 4 Tage Safari und wandern in den usambara bergen und dann mal sehen wo es mich eintreibt. Zum Schluss jeden Fall sansibar. Danke für deine Inspiration . Viele Grüße Ines

      Reply
      • kathi
        6. September 2021 at 22:00

        Liebe Ines, das klingt großartig. Tansania ist natürlich anders als Deutschland, in manchen Ecken sollte man etwas vorsichtiger sein. Daher hatte ich auch den Guide auf Safari. Auf Sansibar habe ich mich sicher gefühlt – abends bin ich auf den bewegten Straßen geblieben in Stone Town. Aber Sansibar ist wundervoll und eben die perfekte Kombi. Und ich freue mich total, dass ich Dich inspirieren konnte. Vielen vielen Dank für das liebe Feedback. Ich wünsche Dir eine wundervolle Reise! Liebe Grüße, Kathi

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