Deutschland / Reiseblog

Die geheimen Ecken Deutschlands – wundervolles Havelland

Ach den Herrn Ribbeck gibt es wirklich? In der Schulzeit hatte ich so oft von diesem Herrn im Havelland gelesen – das weltbekannte Fontane-Gedicht. Ich konnte es sogar auswendig. Herr Ribbeck mit seinem Birnbaum, der in seinem Garten stand. Bis mir irgendwann viel später zu Ohren kam, dass der Lehrer mir einen ganz wichtigen Punkt vergessen hatte zu sagen: Ribbeck existiert! Cool! Und seither wollte ich immer einmal wissen: wie ist es denn so.. im Havelland? Also habe ich mir das auf meiner einmonatigen Deutschlandreise einmal angeschaut.

Ribbeck

Nur eine gute Stunde von Berlin entfernt liegt das brandenburgische Havelland recht verkehrsgünstig. Ich bin gleich 2 Nächte in der Gegend geblieben und hab mir das Dörfchen Ribbeck als erstes angeschaut. Ganz klein und niedlich ist es dort, eine Kirche, eine Brennerei, die alte Schule, das Schloss, der Pfarrgarten, eine Handvoll Cafés und jede Menge Birnbäume. Ich hab´’s geliebt. Zugegeben ich war schnell fertig mit der Besichtigung, aber wie gut, dass die entzückende Altstadt von Werder nicht weit entfernt ist.

die Brennerei von Ribbeck
Kirche von Ribbeck
und die weltbekannte Fontane-Birne

Werder

Werder sagte mir nur etwas, weil ein Familienmitglied dort herkommt. Ich war neugierig, auf familiären Spuren zu wandeln. Und ich habe mich gefragt, warum nur so wenig Menschen von diesem heimeligen Ort sprechen, und ich überhaupt nichts darüber wusste. Mit 26.000 Einwohnern ist Werder sehr überschaubar, es werden Bootstouren auf der Havel angeboten, bei gutem Wetter ein Traum, oder man schlendert einfach durch die historische Altstadt auf der Halbinsel und isst in einem der netten Gasthäuser mit Havelblick seinen Fisch zu Abend.

Die komplette Inselstadt steht unter Denkmalschutz, und ich habe mich wie in einer Filmkulisse von Nesthäkchen gefühlt. Der Name „Werder“ bedeutet übrigens „Flussinsel“ und stammt aus dem frühen 8. Jahrhundert. Auch in Werder war Fontane zu Gast. Literaturliebhaber können in Werder Spaziergänge auf Fontanes Spuren unternehmen.

Das Havelland eignet sich neben Tagesbootstouren mit Havelromantik auch wunderbar für ein Wochenende auf einem Hausboot oder Floß. Ich wollte das eigentlich gerne machen, allerdings auf einem Hausboot fahren ist dann tatsächlich schwierig alleine und wird in der Regel von den Anbietern auch nicht gestattet. Angebote gibt es auf der Seite des Havelland-Tourismus. Also buch Dir lieber eine Tagesbootstour, gönn Dir ein Radler an Deck oder miete Dir ein Fahrrad. Denn die Umgebung eignet sich großartig für Fahrradouren.

Altstadt von Werder

Plaue

Übernachtet habe ich ca. 45 Minuten von Werder entfernt in Plaue. Die Fischerstadt Plaue liegt unmittelbar am Plauer See. Genauso wie mein kleines Hotel. Das Havelland umfasst neben der Havel unzählige Havellandseen. Plaue ist winzig, und man kann sich sehr gut vorstellen, wie das zu DDR Zeiten hier alles gewesen ist. Kleine, alte Häuser, ein Park, ein uraltes Schloss, in dem regelmäßig Events stattfinden und am Wochenende ein Brunch.

Auch in Plaue kann man Fontanes Spuren folgen, der hier regelmäßig seine Zeit mit seinem guten Freund Carl Ferdinand Wieseke verbrachte. Im Park steht ein Fontane-Denkmal, die Villa des Freundes befindet sich auch noch in Plaue, und auch das Schloss wurde regelmäßig von Fontane besucht. Für mich war Plaue neben dem sehr rege besuchten Ribbeck und Werder noch ein richtig uriger Geheimtipp. Vom Hotel aus kannst Du ganz einfach an der Kirche vorbei über den Friedhof schlendern, und anschließend gleich neben dem Hotel vorbei am großen Schloss Plaue (im Sommer kannst Du wunderbar mit einem Kaltgetränk auf dem Schlosshof sitzen) und weiter in den Park.

Zum Abendessen setzt Du Dich auf die Havelterrasse des Hotels; dazu ein zünftiges Bier und regionale Küche und ein entspannter Blick aufs Wasser.

Übernachten im Havelland

Mein kleines Hotel Schloss Plaue direkt neben dem alten Schloss hat einzelne Zimmer auf dem Gelände verteilt, WLAN recht dürftig, aber süße, sehr moderne und saubere, wenn auch recht kleine, Zimmer und besticht für mich in erster Linie durch den netten, unkonventionellen Umgang und die hübsche Terrasse direkt am Wasser für ein Bierchen im Sommer und morgens ein ausgiebiges Frühstück. Der Zimmereingang zum Einzelzimmer geht direkt vom Weg durch eine kleine Außentür über 2 Stufen nach unten ins Zimmer. Dann stehst Du auch schon direkt vor dem Bett.

Der Parkplatz ist ein paar Meter entfernt. Das Restaurant „Schlossschänke“, wo es auch das Frühstück gibt und sich die Rezeption befindet, liegt direkt am Wasser in einem separaten Gebäude. Ich bin 2 Nächte geblieben und habe 60€/Nacht inkl. Frühstück gezahlt und war rundum zufrieden.

[Werberechtlicher Hinweis: Die gesamte Reise habe ich privat durchgeführt sowie selbst bezahlt. Ohne jegliche Vergütungen oder andere monetäre Beeinflussung.]

About Author

Hi ich bin Kathi, 44 Jahre, und habe 2020 begonnen, meine Träume zu leben. Ich bin auf große Reise gegangen, habe meinen guten Job im touristischen Vertrieb gekündigt und bin mit all meiner Erfahrung ins kalte Wasser gesprungen und habe mir ein Leben als Freelancer aufgebaut- mit meinem Laptop, einem Studium im Online & Social Media Marketing in meiner Tasche und mit ganz viel Kreativität und Erfahrung und den besten Auftraggebern dieser Welt lebe ich die Unabhängigkeit.

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