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der Burgund

Zugegebenermaßen hatte ich nach der tollen Zeit am Meer gar nicht mehr so große Lust auf den Burgund. Ich hatte aber bereits 1 Woche gebucht, und am Ende machte es sich bezahlt, grade in dieser Zeit dort zu sein, wo ich nämlich auf der gegenüberliegenden Seite der Autobahn ganz Frankreich in Richtung Meer pilgern sah. Der Burgund ist unfassbar vielseitig – denkt man vielleicht gar nicht. Neben plattem Land, gibt es unglaublich viel Wald und vor allem Wasser: Bäche, Flüsse, Seen… eigentlich ist überall irgendwo Wasser zu finden.

Meine Ankunft in einem Riesengartenareal mit meiner kleinen „Roulotte“ mitten im Garten mit Blick auf den hauseigenen Schwimmteich und die Felder tat sein Übriges, doch sehr froh über meine Entscheidung zu sein. Die Roulotte war perfekt für mich. Gut, Toilettenpapier auf Grund schlechter Pumpanlage in den Mülleimer zu werfen, kannte ich schon aus Asien. Ansonsten erwies mich mein kleine Zigeunerwagen als äußerst komfortabel mit WLAN und Klimaanlage. Ich habs geliebt! Abends auf meiner kleinen Terasse des Wagens zu sitzen, meinen Morgenkaffee und mein Abendweinchen in meiner eigenen Hängematte zu zelebrieren, und einfach nur dem Blätterrauschen, den Fröschen oder den Kühen des naheliegenden Bauernhofs zu lauschen. Die Ruhe war herrlich. Grade in diesen Corona-Zeiten merke ich, wieviel wohler ich mich in der Natur und mit viel Ruhe fühle.

Was habe ich gemacht im Burgund? Ich war auf dem berühmten Markt mit den Bresse-Hühnern in Louhans, habe töpfern bei Erika aus der Schweiz gelernt, war mein eigener Kapitän auf einem Motorboot im Naturschutzgebiet der Seille (jetzt weiss ich, dass ich einen Bootsführerschein machen möchte), habe unzählige kleine, mittelalterliche Dörfer besucht,  habe eine Verkostung der Cremant-Herstellung von Veuve Ambal mitgemacht (und natürlich auch Cremant gekauft – mädchenlike in rosee), mich täglich in der Außendusche meiner Roulotte geaalt und habe es mir schlichtweg gutgehen lassen. Weil ich das ja noch nicht die letzten Wochen gemacht habe 😉

Mit Helen, der Vermieterin, hatten wir einen schönen letzten Abend und haben Pizza selbst gemacht. Helen meinte zu mir, wie mutig ich sei, das alles alleine zu machen. Also schon auf der Weltreise fand ich mich nicht mutig, aber jetzt in Europa mit meinem eigenen Auto schon gar nicht. Es ist so interessant, wie unterschiedlich die Menschen sind, und wieviele Frauen mich bewundern und sich das niemals zutrauen würden. Auch als ich mir das Motorboot gemietet habe, hat der Typ 3x nachgefragt, für wieviel Leute das Boot denn sein soll. Ich habe mich umgedreht, und meine virtuellen Begleiter gezählt und bin dann doch bei „une personne“ geblieben. „Toute seule?“ kam dann noch einmal von dem Mitt30er. „Ja doch! Wo ist das Problem“ dachte ich nur. Jedenfalls habe ich dann mein Boot bekommen und er hat mir sogar noch ne halbe Stunde geschenkt. Die meisten reagieren super nett, wenn sie merken, dass ich alleine bin. Find ich gut 😉

Eins meiner Highlights der Burgund-Reise war neben dem Töpfern und der Bootstour am letzten Tag der kleine, eigentlich unbedeutende Mini-Ort Blois-sur-Seille. Kein einziger Touri weit und breit (wenn man mich ausklammert), Kühe, Mühlen, Bachläufe, Wanderwege. Das sah aus wie bei Heidi unten im Tal. Nicht unbedingt Frankreich – es hätte eher in die Schweiz gepasst, aber unfassbar schön.

Kleiner Tip am Rande: man sollte sich nicht immer überraschen lassen beim Restaurant-Besuch. Da habe ich einmal mittags nicht vorher auf die ausgehangene Karte geschaut – ein Salätchen wirds ja schon geben dachte ich so – und zack: schön im Spezialitätenrestaurant für Froschschenkel gelandet. Alle knabberten genüsslich an den kleinen Beinchen und es stapelten sich die Knochenteller. Bei der Kellnerin hatte ich dann gleich verloren, als ich die Delikatesse ablehnte. Ich probiere ja gerne vieles aus, aber ich habe da ein paar Dinge, die ich nicht gut mit mir vereinbaren kann. Und so gab es für mich zum Mittagessen eine Erdbeer-Tiramisu. Auch lecker 😉

Alles in allem war der Burgund eine unglaublich erholsame Zeit, die ich nicht missen möchte. Aber jetzt geht es eeeendlich Richtung Provence!!!

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Hi ich bin Kathi, 44 Jahre, und habe 2020 begonnen, meine Träume zu leben. Ich bin auf große Reise gegangen, habe meinen guten Job im touristischen Vertrieb gekündigt und bin mit all meiner Erfahrung ins kalte Wasser gesprungen und habe mir ein Leben als Freelancer aufgebaut- mit meinem Laptop, einem Studium im Online & Social Media Marketing in meiner Tasche und mit ganz viel Kreativität und Erfahrung und den besten Auftraggebern dieser Welt lebe ich die Unabhängigkeit.

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